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Gegenöffentlichkeit 2.0

Soziale Bewegungen erleben in der gegenwärtigen Phase einen Aufschwung, getragen von breiter Unzufriedenheit mit herrschenden Verhältnissen und sich abzeichnenden großen Umbrüchen. Das Netz, das World Wide Web, das selbst seit einem halben Jahrzehnt in eine dynamischere und interaktivere Phase eingetreten ist, in eine “Web 2.0″ und “Social Media”-Phase, ist zu einem nahe liegenden bis selbstverständlichen Werkzeug für Öffentlichkeitsarbeit, Vernetzung und kollektives Wissensmanagement geworden.
Gerade für heterogene, neu entstehende und bewegliche Organisationsformen, wie die der Sozialen Bewegungen, ist das Web und bietet das Web die überall erreichbaren, funktionalen und billigen Werkzeuge, die im Moment gebraucht werden.

Jenseits von Mainstream und Nische

Die eigenen Ideen so zuspitzen, dass sie in den Mainstream-Diskurs passen oder aber in kleinen Zirkeln von Gleichgesinnten unter sich bleiben? Diese schlechte Alternative gehört der Vergangenheit an. Soziale Netzwerke und Blogs ermöglichen Diskussionen und Reichweiten, die die überkommenen Zugangsbeschränkungen zur “öffentlichen Meinung” unterwandern. Es kommt aber darauf an, sie auch zu nutzen.

Die diskursiven Orte “Nische” und “Mainstream” sind im Internet natürlich nicht einfach so aufgehoben. Auch hier reproduzieren sich konventionelle Hierarchien: Dass ein feministischer Text im Internet steht, bedeutet ja noch nicht, dass er auch gelesen wird – oder zumindest nicht von vielen. Auch im Netz haben Mainstream-Medien höhere Zugriffszahlen und wird der Brigitte-Blog öfter angeklickt als der eines unabhängigen feministischen Forums.